Mythen
Der Unsinn mit dem amerikanischen Handelsbilanzdefizit

Peak Oil

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Mythen - Der Unsinn mit dem amerikanischen Handelsbilanzdefizit

"Jahr für Jahr produzieren die Wirtschaftstheoretiker lange Listen von mathematischen Modellen und erklären
bis ins kleinste Detail ihre algebraischen Formeln und Funktionen in allen möglichen Schattierungen anhand derselben Daten - sind aber nicht in Lage ein halbwegs systematisches Verständnis von der Struktur und den Operationen eines 
wirklichen ökonomischen Systems zu erbringen." (The Wave Principle of Human Social Behavior, 1999, 
Robert R.Prechter jr.)

Der größte Fehler der Ökonomen ist die nicht zu erschütternde Ansicht, daß der "Billiard Ball" einen "festgemachten mentalen" Status besitzt. Der mentale Status der Menschen variiert jedoch, so dass ein ("fundamentales") Ereignis verschiedene Reaktionen in verschiedenen Zeiten auslöst. In den 1980er Jahren warteten die Marktbeobachter mit fiebrigen Augen auf die Bekanntgabe der wöchentlichen Zahlen der Geldmengenstatistik. Es war ein weitverbreiteter Glaube, dass die Zahlen den zukünftigen Trend der Wall Street bestimmen könnten. Als sich diese "Korrelation" abschwächte, trat an seine Stelle der Bond-Markt. Jeder Tick im Bond-Markt wurde als "Voraus-Kenntnis" für die nächste Bewegung des Aktienmarktes verwendet. Dann wurde der US-Dollar als "Indikator" herangezogen. In jedem Falle hatten die Ökonomen detaillierte Erklärungen bei der Hand, die die kausalen Zusammenhänge erklären sollten. 1988 steht die US-Handelsbilanz im Brennpunkt. Wer exakt beobachtet, was die Reaktion des Marktes auf diese Nachrichten bewirkte, musste feststellen, daß genau das Gegenteil dessen eingetreten ist, was nach den Begründungen zu erwarten gewesen wäre.

Das populäre Argument, eine höhere Geldmengenzahl sei bearish, weil höhere Zinsen die Folge sein könnten, was wiederum schlecht für den Aktienmarkt sei, wird durch den Fakt widerlegt, dass die Geldmenge während des gesamten Bullmarktes der achtziger Jahre kräftig gestiegen ist. Und als die Geldmengenexpansion schließlich zu Erliegen kam, mündete der Markt in den Crash von 1987. Die anschließende "Versorgung" der Märkte mit "Liquidität" wurde als Heldentat der Offiziellen gefeiert. Mit anderen Worten, die Korrelation war das genaue Gegenteil von dem, was populären ökonomischen Wissen entsprach.

Der weitverbreitete Irrglaube, die Geldmenge könne "gesteuert" werden, hat Paul C.Martin in seinem Buch "Die Krisenschaukel" entlarvt: "Die Vorstellung von einer Geldmenge, die als Tauschmittel außerhalb der Wirtschaft vorhanden ist, ist Blödsinn. Jeder Geldmenge entspricht eine gleich hohe Schuldenmenge. Zusätzliches Sozialprodukt lässt sich nicht mit vorhandenen Schuldendeckungsmitteln vermarkten, also mit Hilfe der sogenannten Geldmenge. Alles vorhandene Geld ist immer nur das Resultat zeitlich vorangegangener Kontrakte. Geld als solches "netto" gibt 
es nicht.

Der nächste Fixierungspunkt wurde der Anleihemarkt. Der Bondmarkt-Indikator wurde Mitte der 1980er  Jahre äußerst populär und jeder Kommentar über den weiteren Verlauf des Aktienmarktes enthielt einen Zusammenhang mit dem Verlauf des Aktienmarktes. In der Tat, die Korrelation, sinkende Zinsen ist gleich steigender Aktienmarkt, entspricht unserer täglichen Erfahrung, sind unmittelbar einleuchtend und haben tiefgehende Konsequenzen. Denn die Gesetze der Mechanik und des Elektromagnetismus basieren auf diesen Prinzipien. Steigende Anleilekurse bedeuten sinkende Zinsen, bedeutet steigende Aktienkurse. Dies gilt allerdings nur vor oder in einer Aufwärtsbewegung ! Das Beispiel Japan zeigt, daß auch ein noch so niedriger Zins die Börse nicht mehr ankurbeln kann, wenn sich der deflationäre Mahlstrom einmal dreht. Nach dem Crash von 1929 war es ganz genauso ! In den 1930er Jahren setzte die US-Notenbank den Diskontsatz, den sie zum Brechen der Hausse gerade heraufgesetzt hatte, ruckzuck wieder runter. Ergebnis: Die Kurse stürzten weiter. Ein Rätsel?

In der Deflation kann die Notenbank Zinsen zu Null Prozent ausleihen, und dennoch geht die Wirtschaft immer weiter runter. Will heißen: In einer Deflation findet die systemnotwendige Nettoneuverschuldung schlicht nicht mehr statt. (Credit Crunch). Jeder reißt jeden mit in die Tiefe. (Paul C.Martin, Die Krisenschaukel, 1997)

Nachdem die Zinsen ihren Tiefpunkt im April 1998 erreichten und anschliessend wieder gestiegen sind, ist was im 
Dow Jones passiert? Der stieg vom September 1998 bis Januar 2000 um sage und schreibe +62.50%. Nach der konventionellen, "fundamentalen" Ausgangsbasis hätte das gar nicht sein dürfen. Der Wert des US Dollars war der 
nächste "Orientierungspunkt". Der Anstieg des Dollars von 1979 bis 1985 wurde zunächst als willkommene 
Begründung genutzt, denn dadurch sei die Inflation gesunken und Amerika in den Augen der Welt wieder eine starke 
Macht. Dann jedoch meinten die Ökonomen, der Dollar sei "zu hoch", was einen negativen Effekt auf die Exporte 
haben werde. Als der Dollar schließlich anhaltend und dramatisch wieder zu fallen begann, hieß es Anfang 1987, 
der Dollar sei "zu tief und zu weit" gefallen. Die Zahlen für den Export hatten sich indes kaum verändert. Während 
dieser Zeit der großen Schwankungen des Dollar relativ zu anderen Währungen setzte der Dow Jones seinen Anstieg unbeeindruckt von den Geschehnissen am Devisenmarkt fort. Fast täglich wurden neue historische Höchstpunkte gefeiert.

Was haben diese "Fixierungspunkte" gemeinsam?

Sie zeigen den Wunsch und die Sehnsucht der Investoren nach einem einfachen Indikator, der Ihnen die Zukunft des DJIA voraussagen soll. Bemerkenswert, nicht einer dieser Indikatoren stammt aus den internen, fundamentalen Daten des Aktienmarktes, dem Dow Jones, selbst. Alle sogenannten "Indikatoren" stammen von ganz andere Märkten - werden aber als Motor des Aktienmarktes unterstellt. Pure Annahme - es ist, als wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht. Der Grund warum sich kaum jemand um die wirklichen Zusammenhänge kümmert, ist die Absicht "Werkzeuge" zu besitzen, die sich auf Rationalisierungen und nicht auf das tatsächliche Verstehen beschränken. Es ist leichter für den Neocortex zu rationalisieren, wenn man keine Kenntnisse besitzt. Ein Anstieg des japanischen Aktienmarktes in Tokio ist "bullish" für den amerikanischen Aktienmarkt (sogenannten "Vorgaben" aus Fernost), denn das Vertrauen der Anleger in Japan ist zurückgekehrt und die Rezession in Japan wird deshalb nicht auf die Vereinigten Staaten übergreifen. Am nächsten Tag heißt es, der Rückgang des Nikkey ist "bullish", weil das Geld jetzt nach Amerika strömt und dort die Börse treibt. Die Dualität dieser "Begründungen" ist jeden Tag zu beobachten.

Der Unsinn mit dem US-Handelsbilanz-Defizit

"Die guten Entwicklung in Amerika berge aber auch Risiken wie das hohe Außenhandelsdefizit und die geringe Sparquote der Amerikaner". Dieser Satz stammt von einem Mitglied der bundesdeutschen Zentralbank. Schon einmal, im Jahre 1988 fixierten sich die Investoren auf die Daten der monatlichen Handelsbilanz. Der kausale Zusammenhang schien logisch nachvollziehbar. Handelsbilanzdefizite sind negativ für die Zahlungsbilanz, das ist negativ für das Land und deshalb negativ für den Aktienmarkt. Da besteht nur ein einziges Problem. Die Fakten stehen in direkter Opposition zu den obigen Annahmen. Das wiegt um so schlimmer, weil man nur seine Augen gebrauchen muss, um den richtigen Zusammenhang zu erkennen. Fakt ist, dass das Handelsbilanzdefizit dem Auf und Ab des Dow Jones und der wirtschaftlichen Entwicklung tatsächlich eng gefolgt ist. Die Entwicklung des Dow Jones, der Wirtschaft und des Handelsbilanzdefizits verlaufen gleich. Je größer das Handelsbilanzdefizit, desto stärkter der Aktienmarkt und die Wirtschaft und umgekehrt. Entgegen zahlloser Reportagen, dass das Handelsbilanzdefizit negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung habe, belegen Statistiken das genaue Gegenteil und das über Jahrzehnte ! Jedesmal, wenn sich das Handelsbilanzdefizit auszuweiten begann, expandierte die Wirtschaft und vice versa. Der Umkehrschluss würde nach Meinung der Ökonomen bedeuten, dass ein sinkendes Handelsbilanzdefizit bullish wäre. Investoren, die danach gehandelt hätten, wären am Top des Dow Jones investiert und hätten am Tief verkauft ! Wenn die Regierung versucht hätte, dass Defizit herunter zufahren um die wirtschaftliche Entwicklung nicht zu gefährden, hätte sie genau den gegenteiligen Effekt erreicht. Der kausale Zusammenhang aus der Sicht der Ökonomen ist falsch. Deshalb müssen zwangsläufig die Auswirkungen falsch sein. Konventionelle Analysten benutzen die Wirtschaft und die Politik als fundamentale Größen, die direkten Einfluss auf den Aktienmarkt und die Finanzmärkte im allgemeinen ausüben. Diese Annäherung ist rückwärts gerichtet, weshalb sie regelmäßig an wichtigen und kritischen Wendepunkten versagt.

"Genauso falsch wie das sogenannten Haushaltsloch wird das Handelsbilanzdefizit interpretiert. Denn die Zahlen, die heute vom Zollamt veröffentlicht werden, beziehen sich ja auf Warenein- und ausfuhren die in längst vergangenen Monaten getätigt wurden und wiederum das Ergebnis von Verträgen sind, die zwölf bis achtzehn Monate früher abgeschlossen wurden. Interessant ist aber, daß man in der ganzen Welt über das amerikansiche Handelsbilanzdefizit meckert, obwohl es jahrelang die "Muttermilch" für die gesamte Weltwirtschaft war." (Andre Kostolany)

"Der japanische Aktienmarkt läßt sich derzeit nicht einmal von den guten Konjunkturdaten beeindrucken. Vielmehr steht der Nikkey-Index der Tokioter Börse ganz im Bann der amerikanischen Technologiebörse und den scharfen Kursrückgängen, die and er Nasdaq zu verzeichnen waren. Der Nikkey-Index hat in den zurückliegenden Tagen nahezu jeden Tag deutliche Verluste hinnehmen müssen. Die Kursverluste kommen zu einer Zeit, da die überwiegende Zahl japanischer Unternehmen ihre Geschäftsergebnisse vorlegen. Im Durchschnitt weisen die Unternehmen dabei Gewinnsteigerungen von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus." (FAZ, 23.Mai 2000).

Im Juni 1991 berichtet das Wall Street Journal aus einer Studie von Barrie Wigmore aus dem Investmenthaus GoldmanSachs's, die belegt, dass nur 35% aller Kurssteigerungen auf Gewinne und die Zinsentwicklung zurückgeführt werden können. Wigmore schließt daraus, dass der Rest schlicht und einfach in der positiven sozialen Stimmung zu finden sei, die bewirkt, dass die Anleger Aktien halten. Das Wall Street Journal kommt zu dem Schluss:

"Diese Studie hat ein Loch in die weitverbreitete Überzeugung gerissen, Gewinne trieben den Aktienmarkt." (Lowenstein R., 6.Juni 1999 - Goldman Study of Stock's Rise in 80s Poses a Big Riddle).

 

 

1973-1974 fiel der DJIA -46%. Die Gewinne stiegen exakt im gleichen Zeitraum um +47%. Den Gipfel erreichten die Gewinne ausgerechnet mit dem Dow Jones Tief von 1974. Arthur Merril hat vor Jahren bereits bewiesen, daß die Gewinne der Entwicklung des Dow Jones hinterherhinken. Das Verhalten der japanischen Börse ist deshalb aus historischer Sicht einfach zu erklären.

Warum hält sich diese konventionelle Meinung so hartnäckig?

Wenn Nachrichten nicht der Motor für Finanztrends sind und wenn äußere Einflüsse keinen kausalen Zusammenhang zwischen Stimmungslage und den daraus resultierenden Aktionen darstellen, warum nehmen die Marktbeobachter
trotzdem an, daß es sich so verhält und nicht anders?

Es gibt zwei Gründe für diesen Mythus. Nachrichten aus Wirtschaft und Politik stehen nicht nur in keinem direkten Zusammenhang mit dem Geschehen am Aktienmarkt, sie hinken hinterher. Es kann auch garnicht anders sein. 
Der Trend der Märkte wird von der positiven (negativen) Stimmung des Publikums bewegt, wenn sie kaufen oder 
verkaufen und die Nachrichten sind das Resultat dieser Stimmungslage. Das Beispiel Japan zeigt den Niedergang 
einer Volkswirtschaft, wenn der Wert bereits beliehener Aktiva fällt. (Aktien und Immobilien sind immer und in jedem 
Land der Welt beliehen), mußten die Eigentümer sie verkaufen, als die Banken ihr Geld wiedersehen wollten. Doch 
durch den Verkauf sanken die Kurse der Aktien und die Preise der Immobilien erst recht. Wertpapierhäuser und Banken kamen in Schwierigkeiten, viele gingen bankrott. Die Preise fielen noch mehr. Das ist die Deflationsspirale. 
Selbst ständig neu aufgelegte Konjunkturprogramme und Nullzinsen bewegten nichts mehr. Die Wirtschaftswissenschaft unterstellt, daß der Preis eine Funktion von Angebot und Nachfrage sei und das gleiche Gesetz auch für die Finanzmärkte Gültigkeit besitzt. Das Verhalten der Menschen in Finanzmärkten beweist jedoch das genaue Gegenteil. Wenn der Preis 
für eine Ware steigt, nehmen wir Bananen, wird weniger gekauft und der Preis fällt und wenn der Preis fällt wird mehr gekauft. Dieser Mechansmus hält Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht. Wenn der Preis einer Aktie (Investment) 
steigt, wird mehr gekauft. "Gekauft wird was da ist", so beschrieb ein Frankfurter Händler die Präferenzen der Kundschaft. 
Und wenn der Preis einer Aktie fällt, wird weniger gekauft.

Dieses Verhalten ist in Finanzmärkten nicht nur gelegentlich zu beobachten, es ist die Regel. In der Wirtschaft stoßen höhere Preise die Leute ab - im Investmentgeschäft ziehen höhere Peise die Leute an. Dieses ganz unterschiedliche Verhalten ist fundamental. Auf dem Produktmarkplatz führt rationales Verhalten zu Preisstabilität und objektiver Bewertung. Auf dem Investmentmarktplatz führen pre-rationale Impulse zu extremen Über- und Unterbewertungen. Deshalb halten Ökonomen die Volatilität an den Börsen oft für unbegründet oder nicht gerechtfertigt. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage auf dem Gütersektor produziert praktisches Verhalten. Das Auf- und Ab der Stimmungen und damit Kursen auf dem Finanzsektor produziert unpraktisches Verhalten. Die Entscheidung bei steigenden Kursen zu kaufen und bei fallenden Kursen zu verkaufen wird nicht vom Neocortex, dem Sitz der Logik im Gehirn bestimmt, sondern vom emotionalen Teil, 
dem limbischen System. (The Triune Brain, Paul MacLean, Chapter 8, The Wave Principle of Human Social Behavior, 1999, Robert R.Prechter jr.)

Der "homo oeconomics" lebt immer noch - zumindest in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur. Doch jeden Tag zeigt sich zum Beispiel an den Finanzmärkten von Neuem, das Menschen nicht ausschließlich rational handeln. Die Annahme, daß Anleger individuell ganz nüchtern gemäß ihren Erwartungen und Präferenzen Anlageentscheidungen treffen, sei eine zu weitgehende, aber der Realität annähernd gut abgebildete Prämisse, sagen die Verfechter der an den Universitäten immer noch vorrangig gelehrten Neoklassik. Martin Weber, Professor an der Univeristät Mannheim und wohl der profilierteste deutsche Forscher in diesem verhaltensorientierten Zweig der Kapitalmarktforschung, nannte auf einer Tagung der Deutschen Bank in Frankfurt mehrere Beispiele dafür, daß die herkömmliche Theorie die Praxis an den Finanzmärkten unzureichend erklärt. Zum Beispiel ist es auffällig, daß die Anleger und Analysten oft Vorbildern folgen, dem Herdentrieb verfielen und somit trendverstärkend wirken. Auch sei es allgemein bekannt, daß es zumindest zeitweise Über- bewertungen an den Aktienmärkten gebe, was nicht im Einklang mit der Annahme der Informationseffizienz der Finanzmärkte steht. (FAZ, 1. Oktober 1999)

© ELLIOTT today, März 2010

 

Procter & Gamble Profit Tops View, but Shares Fall
cnbc com., Thursday, 29 Apr 2010 

Deutsche Bank lässt Aktionäre kalt
Die Vorgaben von Übersee waren nicht vielversprechend. Dann begeisterte 
die Deutsche Bank mit einem Milliardengewinn - und an der Börse stehen 
die Kurse dennoch unter Druck. Selbst das Papier des deutschen Banken-
primus verzeichnet nur geringe Gewinne. manager-magazin.de, April 27,2010

 

S&P 500 Index
© ELLIOTT today, October 24 ,2008

seite11.jpg (98290 Byte)

 

 

 

Chart: futuresource.com



Ökonomen verbreiten Optimismus 

Spiegel online de., May 15,2009


US-Investor Soros ruft Ende der Krise aus
FTD de, May 11,2009

 

Ökonomen sehen Ende des Abschwungs
Spiegel de., May 8,2009

 

Market Dispatches 1/2/2009
Stocks rise despite weak dato

In the 1938 Alfred Hitchcock movie, The Lady Vanishes, the mistaken psychiatrist is told: 
"You must think of a fresh theory." Doctor Hartz responds: "It is not necessary. 
My theory was perfectly good. The facts were misleading."

 

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Peak Oil

© ELLIOTT today, April 2010

Elliottwave International's Global Market Perspective prognostizierte
1998 einen grossen Bullmarkt in Rohöl, der neue Allzeithochs bringen
wird. Zu diesem Zeitpunkt notierte Rohöl (Light Crude Oil,) etwas über $10.

 

CrudeOil/SP500

 

chart: futuresource.com

 

Internationale Energieagentur: 
"Ölpreis könnte Aufschwung abwürgen"

Der steigende Ölpreis bedroht nach Ansicht der Internationalen Energieagentur die weltweite Wirtschaftserholung. Vor allem wegen der 
steigenden Nachfrage in China erhöhte die IEA
ihre Verbrauchsprognose für das laufende Jahr.

Manager-Magazin.de, 12.März 2010

 

Elliottwave International's Global Market Perspective prognostizierte 1998 einen grossen Bullmarkt in Rohöl,
der neue Allzeithochs bringen wird. Zu diesem Zeitpunkt notierte Rohöl (Light Crude Oil,) etwas über $10.
Im Oktober 2007 schrieb Robert R.Prechter in seinem monatlich erscheinenden "The Elliott Wave Theorist",
"Market psychology fits a major top, because short term measures of optimism match all-time extremes."

Der Bullish Consensus, herausgegeben von Market Vane, notierte bei 89% bullish eingestellten Marktbeobachtern, die höchste Notierung seit dem Top in Welle 1 im September 2000. Desweiteren hatte der Daily Sentiment Index die unglaubliche Marke von 94% bullisch eingestellten Tradern erreicht, die höchste bullische Marke, die jemals für eine Commodity gestellt wurde. Investoren schlossen daraus, dass der Welt das Öl ausgeht (running out of oil). 

Eine ordentliche Recherche hätte ergeben, dass das Hoch im DAX im Jahre 2000 mit dem Hoch von Primary Welle [1] im Rohöl im Einklang war. Das Tief im DAX im Jahre 2002 wiederum brachte im Rohöl ebenfalls ein Tief und zwar die Primary Welle [2]. Der Hochpunkt in Primary Welle [3] im Rohöl im Jahre 2006 ging wiederum Einher mit einem Hoch im DAX (DAX 6,000 !!). Während Rohöl in Primary Welle [4] korrigierte und auf $50 fiel, hatte der DAX einen vergleichsweise geringen Rückgang auf 5,250 Punkten zu verzeichnen. Die Hysterie und die Kommentare der Reporter und der Medien jedoch hielt unverändert daran fest, ein "hoher" Ölpreis schadet dem DAX (den Aktienmärkten), wobei keineswegs definiert wurde, was heisst "hoch" oder "niedrig."? 


 

Crude Oil, Monthly

 

chart: futuresource.com

Der Einbruch des Rohoelpreises in 2006 war übrigens der höchste prozentuale Preisniedergang in fünf Jahren. Fünfte Wellen in Commodities haben oft im Gegensatz zu Finanzmärkten ausgeprägte "Blow off"-Wellen. So auch hier. Vom Tief von Primary Welle [4] verdreifachte sich der Preis auf über $145 USD. Die Aufwärtswelle von 1998 ist eine klare und eindeutige Elliott 5-Wellenstruktur, die von einem Preis von $10 (zu der Zeit hat noch kaum jemand den Markt von Rohöl beachtet) bis über $145 stieg. Der Anstieg von 1998 aber hat nicht nur 5 Wellen von 1998 komplettiert, er ist vielmehr die fünfte Welle eines höheren Elliott Wellengrades, der im Jahre 1933 began, zu einer Zeit, als Präsident Roosevelt nicht nur den Preis für Gold festlegte, sondern auch den physischen Besitz von Gold verboten hatte. Der Regierung wurde darüber hinaus erlaubt, ihre angehäuften Schulden zu "monetarisieren" und der FED wurde die Expansion von "dollar-based credits" durch das Bankensystem erleichtert. Das Resultat war ein Bullmarkt in Inflation und die Historie des Ölpreises reflektiert dies. 

Der Chart des Rohöls zeigt das ein historisches Ereignis: Nicht Peak Oil, sondern die Inflation hat den Preis auf historische Höhen getrieben und der Sturz der Preise signalisiert den Absturz in die deflationäre Phase, ein Kollaps der alle Preise erfassen wird, vom Aktienmarkt zu Warenpreisen und Dienstleistungen. Alle Preise werden fallen. 

Hypernervöser Ölhandel erreicht Rekord 
FTD de., April 14, 2010

 

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Hedgefonds 

Hedgefonds (von engl. to hedge , „absichern“, engl. hedge fund; selten SAIV – sophisticated alternative investment vehicle, engl. etwa für ausgefeiltes/anspruchsvolles alternatives Investitionsvehikel) sind eine spezielle Art von Investmentfonds, die durch eine spekulative Anlagestrategie gekennzeichnet sind. Hedge-Fonds bieten die Chance auf sehr hohe Renditen und tragen entsprechend ein hohes Risiko.

Typisch für Hedge-Fonds ist der Einsatz von Derivaten und Leerverkäufen. Hiervon rührt auch der irreführende Name, da diese Instrumente außer zur Spekulation auch zur Absicherung (Hedging) verwendet werden können. Außerdem versuchen Hedge-Fonds über Fremdfinanzierung eine höhere Eigenkapitalrendite zu erwirtschaften (Hebel- oder Leverage-Effekt).

Die meisten Hedge-Fonds haben ihren Sitz an Offshore-Finanzplätzen. Bekannte Hedge-Fonds sind die Quantum Funds des Investmentbankers George Soros und der Fonds Long-Term Capital Management, der 1998 zusammenbrach. Zum Jahresende 2006 hatten Hedge-Fonds weltweit ein Volumen von rund 1,6 Billionen US-Dollar.


Ursprung 

Der erste Hedge-Fonds wurde von Alfred Winslow Jones im Jahre 1949 gegründet. Jones verkaufte Aktien leer, um sie später auf einem niedrigeren Kursniveau wieder zu erwerben. Mit dem Erlös des Leerverkaufs kaufte er andere Aktien in 
der Erwartung, dass diese Aktien im Kurs steigen. Damit erfand er gleichzeitig die erste Strategie für Hedge-Fonds (Long-Short). Erfüllt sich die Erwartung, dass der Kurs der gekauften Aktien sich im Verhältnis besser (oder weniger 
negativ) entwickelt als der Kurs der leer verkauften Aktien, ergibt sich ein Gewinn unabhängig davon, ob der Gesamtmarkt, repräsentiert durch einen breiten Aktienmarktindex, steigt oder fällt. Damit wird auch ein wesentliches Motiv von Anlegern
in Hedge-Fonds deutlich. Sie möchten einen hohen Ertrag unabhängig von dem immer wieder auftretenden Auf und Ab 
der Aktienmärkte erwirtschaften. Für die Long-Short-Strategie ist es notwendig, Aktien zu finden, die innerhalb eines bestimmten Zeithorizontes im Preis fallen und andere Aktien zu identifizieren, die in dieser Zeitspanne steigen werden. 
Der Hedge-Fonds-Manager muss also nicht nur die Preisentwicklung der selektierten Aktien richtig einschätzen, 
sondern auch den Zeitpunkt der entsprechenden Transaktionen günstig wählen. Entsprechend verwendet der Hedge- Fonds-Manager unter anderem neben der klassischen Unternehmensbewertung (Einschätzung der Über-/Unterbe-
wertung der Aktien) auch quantitativ-mathematische Methoden und die technische Analyse.

Klassische Hedge-Fonds waren nie Publikumsfonds, wie der Begriff in Deutschland entsprechend dem Investmentgesetz verstanden wird; auch heute noch werden sie vorrangig für institutionelle Anleger aufgelegt.


Entwicklungen 

Der Sektor der Hedge-Fonds gehörte in den letzten Jahren zu den am stärksten wachsenden Anlageprodukten. Die Zahl der weltweit aktiven Hedge-Fonds kann allerdings nur geschätzt werden, ebenso wie das in ihnen veranlagte Vermögen. Ende 2006 waren rund 1,5 Billionen USD in Hedge-Fonds angelegt. Das Anlagevolumen stieg damit um über ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der Fonds nahm von Ende 2005 auf Ende 2006 um etwa 5 % auf nunmehr knapp 9.000 zu.

Im März 2009 teilte der Datendienstleister Hedge Fund Research (HFR) mit, dass durch die Finanzkrise im Jahr 2008 insgesamt 1.471 Hedge-Fonds weltweit aufgelöst wurden und rund 15 Prozent des gesamten Hedge-Fonds-Markt betraf, sowie auch einige Dachfonds.[2] Namentlich bekannt sind hierbei: Drake Management, eine Vermögensverwaltung ehemaliger Blackrock-Mitarbeiter und Peloton Partners, ein Unternehmen von ehemaligen Goldman-Sachs-Bankern. Das verwaltete Vermögen soll nach Angaben von Morgan Stanley 2008 um 37 Prozent auf 1,2 Billionen USD gesunken sein.


Rechtlicher Sitz der Fonds 

Registriert sind die meisten Fonds überwiegend an einem Offshore-Finanzplatz. Die Gründe dafür sind zum einen steuerlicher Natur, liegen andererseits aber auch in den geringeren Einschränkungen durch die jeweiligen Kapitalmarkt-Gesetzgebungen, was die in den Fonds erlaubten Finanzinstrumente betrifft. Im Januar 2006 waren 55 % der Hedgefonds offshore registriert. Mit deutlichem Abstand führen als Offshoreplatz der Hedge-Fonds-Branche die Kaimaninseln (63 % der Offshorefondsgelder), gefolgt von den Britischen Jungferninseln (13 %) und den Bermudas (11 %). In Europa sind es die britischen Kanalinseln oder Gibraltar, aber auch in Bezug auf die Kapitalmarkt-Gesetzgebung freizügigere Staaten wie Luxemburg, Irland, Liechtenstein oder Monaco, jedoch nehmen sie sich im Vergleich mit den oben genannten amerikanischen Offshoreplätzen mit zusammen etwa 10 % eher bescheiden aus. Der größte Onshore-Platz sind wiederum die USA mit 48 % der Onshore-Fondsvermögen. Oft liegt der Sitz in oder nahe New York, etwa in Delaware. Für Fonds mit Fokus Europa ist der führende Onshoreplatz Irland mit 7 % der Onshorefonds.


Fonds-Manager 

Der Erfolg eines Hedge-Fonds ist in hohem Maße abhängig vom Geschick des Fonds-Managers und den von diesem verwendeten finanzmathematischen/ökonometrischen Modellen, wie zum Beispiel dem Black-Scholes-Modell. 
Die Vorgehensweise des Fonds-Managers gleicht durch das hohe Maß an Risiko bzw. Spekulation einer Wette. Die Aufnahme von Fremdkapital bis zu einem mehrfachen des Eigenkapitals ist üblich, um die Rendite noch mehr zu steigern (Leverage-Effekt). Von Fonds-Managern wird erwartet, dass sie sich an dem Fonds beteiligen und gegebenenfalls persönlich haften. Im Gegenzug werden die Manager sehr gut bezahlt, es wird oft von der 2/20 Regel gesprochen. Hierunter werden 2 % Verwaltungsgebühr (vom Fondsvolumen) und 20 % Gewinnbeteiligung verstanden.[3]

Durch die Vielfalt an Hedge-Fonds-Strategien sind deutlich erhöhte Gewinnchancen, aber auch Verlustrisiken gegeben. Diese Strategien bestimmen die Taktik des Fonds-Managers, womit er auf zukünftig steigende oder fallende Börsenkurse spekuliert. Dabei hat der Fonds-Manager ein Höchstmaß an Freiheiten bezüglich der Auswahl der Investitionen.


Physischer Sitz der Fondsmanager 


Die USA sind für Hedgefondsmanager weiterhin der bei weitem führende Anlageplatz, gemessen an den verwalteten Vermögen verwalten US-Manager 63 % des Marktvolumens. Im Jahr 2002 waren es allerdings noch 83 %. 
Der größte Umschlagplatz für Hedgefonds ist New York, wo nach Berechnungen von International Financial Services im 
Jahr 2006 36 % der weltweiten Anlagen verwaltet wurden. 2002 waren es noch 45 %. Der Rückgang beruht hauptsächlich auf der Verbesserung der Position Londons, das nun klare Nummer 2 in der Hedgefondsbranche ist. Der Anteil Londoner Hedgefonds-Manager erhöhte sich nämlich im gleichen Zeitraum von 10 % auf 21 % deutlich. Europa insgesamt kam auf 
24 %. Der Anteil Asiens stieg von 5 % auf 8 %.


Hedge-Fonds-Strategien 

Hedge-Fonds sollten in der Theorie das Vermögen bei Risiken durch Hedging (engl.: to hedge = einhegen, umzäunen) absichern, haben aber in ihrer heutigen Form wenig mit Absicherung zu tun.

Die erste Hedge-Fonds-Strategie (marktneutrale Strategie) stammt von Alfred Winslow Jones (1900–1989) und sollte ein Instrument zum Schutz vor Widrigkeiten bei Zins- und Währungsänderungsrisiken sein. Jones Idee war es, nicht nur in Boomphasen auf Zins- und Währungsmärkten zu profitieren, sondern auch bei fallenden Zins- und Wechselkursen Gewinne zu erzielen. Damit begründete Jones eine der ersten Hedge-Fonds-Strategien, nämlich die, Fremdkapital (Leverage-Effekt, Margin Trading) und Leerverkauf (Short Selling) für den Kauf und Verkauf von Währungen aufzunehmen. Er verkaufte geliehene Aktien und spekulierte, diese vor Ende der Leihfrist billiger zurückkaufen zu können.

Neue Strategien (Global-Macro-Strategie) wurden von George Soros und Jim Rogers mit ihren Quantum-Funds-Hedge- Fonds entwickelt. Durch neue Finanzinstrumente spekulierten sie in neuen Bereichen, wie dem Devisenmarkt, Zinsen, Rohstoff- und Aktienmärkten.

Seit der ersten Hedge-Fonds-Strategie von Jones sind Hedge-Fonds-Strategien ständig weiterentwickelt worden und 
haben markant zugenommen. Hedge-Fonds gehören zu den „Alternative Investments“ als alternative Anlageform. Hedge-Fonds nutzen die Vielzahl an Handelsgegenständen und Handelsstrategien. Hedge-Fonds können, anders als Investmentfonds, in hohem Maße in Derivate investieren. Hedge-Fonds bedienen sich unter anderem in hohem Maße Kombinationen aus Kauf- (Long-Position) und Verkaufsabsichten (Short Selling) sowie Fremdkapitalaufnahme. Durch die Fremdkapitalaufnahme entsteht ein „Hebeleffekt“ (Leverage-Effekt). Fremdkapital wird aufgenommen, weil erwartet wird, dass die Rendite einer Investition gesteigert werden kann. Das Funktionieren des Leverage-Effektes basiert auf einem niedrigeren Zinssatz des Fremdkapitals als der Gewinn der zu erwartenden Rendite. Der Leverage-Effekt kann, außer 
durch Hinterlegen eines Bruchteils des Exposure bei börsengehandelten Termingeschäften (Futures), bei anderen Hedge-Fonds-Strategien nur durch die Aufnahme von Fremdkapital aufgebaut werden. Einem geringen Fremdkapitaleinsatz steht ein hohes Volumen des gehandelten Basiswertes (Underlying) gegenüber. Ein hoher Einsatz von Fremdkapital mit hohem Leverage-Effekt ist bei Market Neutral Arbitrage und Global-Macro-Strategien üblich.

In Deutschland wird im Hinblick auf „Investoren-Aktivismus“ berichtet, dass im Zeitraum von bis zu zwei Jahren nach Anteilserwerb in der Mehrzahl der Fälle teils erhebliche Veränderungen im Hinblick auf Corporate Governance, strategische Ausrichtung, M&A-Aktivitäten und Ausschüttungsverhalten bei den Zielunternehmen eintreten.[4]

Hedge-Fonds sind heute eigenständige Anlageinstrumente mit sehr unterschiedlichen Strategien und Risikoprofilen. Allen gemeinsam ist der Anspruch, sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten Gewinne zu erzielen.  Hedge-Fonds- Manager setzen dabei auf eine Reihe von Anlageformen und Techniken, darunter Finanz-Derivate, Leerverkauf von Wertpapieren oder Arbitrage-Techniken.

Als Offshore-Projekte sind Hedgefonds weniger reguliert und deren Investitions- entscheidungen minder beobachtbar, was dazu verleiten kann, dass Fonds-Manager die angegebenen Rentabilitäten manipulieren. Bollen und Pool (2009) haben diese Hypothese statistisch untersucht und gezeigt, dass die Fonds-Manager Verluste insbesondere im Rahmen der Bewertung von illiquiden Anlagen reduzieren können, selbst wenn die Gewinne nur sehr schwach sind. Das stimmt mit 
der von Kahnemann und Tversky behaupteten stärkeren Risikoaversion von Anlegern überein.[5]

Hedge-Fonds in Deutschland 

n Deutschland waren bis zum Jahr 2004 Hedge-Fonds generell nicht zum öffentlichen Handel zugelassen. Eine Lockerung erfolgte erst mit dem Investment-Modernisierungsgesetz, das am 1. Januar 2004 in Kraft trat und jetzt den Vertrieb von „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“ unter bestimmten Auflagen zulässt. Diese haben nicht viel mit den großen internationalen Hedge-Fonds gemeinsam; sie gehören zur Gruppe der Investmentfonds und sind Anlageinstrumente. Sie dürfen die Instrumente des Leerverkaufes (short selling) und des Einsatzes von Fremdkapital (Leverage-Effekt) nutzen. Anteile an solchen Fonds dürfen in Deutschland nicht öffentlich vertrieben werden, sondern nur im Rahmen von sogenanntem Private Placement, etwa für Einlagen durch institutionelle Anleger.

Dagegen ist die Einlage in Dachhedgefonds für Privatanleger seit 2004 erlaubt. Der Anbieter eines Dachhedgefonds muss auf seinen Verkaufsprospekten Warnhinweise ähnlich denen auf Zigarettenschachteln anbringen: „Der Bundesminister der Finanzen warnt: Bei diesem Investmentfonds müssen Anleger bereit und in der Lage sein, Verluste des eingesetzten Kapitals bis hin zum Totalverlust hinzunehmen!“ Die Investmentbranche hat bisher nur in sehr geringem Umfang von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, in Deutschland Hedge-Fonds aufzulegen. Allerdings ist der Markt für Zertifikate auf ausländische Hedge-Fonds stark angewachsen (siehe Grafik).

Deutsche Hedge-Fonds unterliegen der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienst- leistungsaufsicht (BaFin), ebenfalls 
ist der Einsatz von Fremdkapital begrenzt. Es handelt sich somit viel mehr um Investmentfonds mit größeren Freiheiten 
als um Hedge-Fonds im ursprünglichen Sinne.


Hedge-Fonds in anderen Ländern 

Angelsächsische Hedge-Fonds sind Unternehmen und entsprechen in mancher Hinsicht eher einem geschlossenem Fonds. Investoren erwerben Anteile an diesen Unternehmen. Hier entspricht die Rechtsform meist der einer deutschen KG (limited partnerships, LP, oder limited liability partnership, LLP) oder einer GmbH (limited liability company). Es gibt in der LLP einen oder mehrere Hedge-Fonds-Manager, die mit ihrem privaten und geschäftlichen Vermögen haften, und Investoren, die Anteile an diesen Unternehmen kaufen. Oft ist der offizielle Sitz eines solchen Hedge-Fonds eine Steueroase (75 % auf den Kaimaninseln[6]), und der Manager sitzt in einem Finanzzentrum (etwa London, New York).


Regulierungsvorhaben der G8- und G-20-Staaten zu Hedge-Fonds 

Auf dem Treffen der G7-Finanzminister in Essen im Februar 2007 einigte man sich auf eine gemeinsame Erklärung, nach der man Hedge-Fonds in Zukunft genauer kontrollieren will. Ziel der G-7 ist es, mögliche Risiken aus den Hedgefonds-Aktivitäten auszumachen und so weltweite Finanzkrisen und Dominoeffekte bei Fondspleiten zu verhindern. 
Im Gespräch sind laut Agenturangaben auch ein freiwilliger Verhaltenskodex und eine Art Gütesiegel für die Fonds durch unabhängige Rating-Agenturen.

Auf dem G8-Gipfel (G7-Länder und Russland) im Juni 2007 in Heiligendamm wurden allerdings keine Vorschläge 
hinsichtlich einer angestrebten Selbstverpflichtung der Branche gemacht. Der Widerstand hiergegen kam aus den USA 
und Großbritannien, den Ländern, von denen aus die Mehrzahl der Fonds agiert. Die teilnehmenden Staats- und Regierungschefs ermahnten die Hedge-Fonds-Industrie jedoch, die Verhaltensregeln für Manager selbst zu verbessern 
und bekräftigten gleichzeitig noch einmal die bereits von den Finanzministern angesprochenen Themenkomplexe.

Auf dem Treffen der Spitzenvertreter der G-20-Staaten (zuzüglich der Niederlande und Spanien) in Washington am 
15. November 2008 wurde eine stärkere Reglementierung von spekulativen Hedgefonds beschlossen.

Am 14. März 2009 einigten sich die Finanzminister der G-20-Staaten in Horsham darauf, eine Registrierungspflicht für
die Fonds einzuführen und geplant ist, die 100 weltweit größten Hedgefonds zu kontrollieren. Die Investoren sollen
hierbei der US-Aufsicht Security and Exchange Commission (SEC) oder der britischen Financial Services Authority 
(FSA) Einblick in ihre Bilanzen gewähren.



Regulierung in den USA 

Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC reguliert Hedge-Fonds in den USA. Hierzu hat sie Regeln für die Aufnahme 
von Fremdkapital und das Short Selling erlassen. Aufgrund der Regulierungen lassen sich viele Hedge-Fonds nicht registrieren, wodurch sie nicht für den öffentlichen Vertrieb zugelassen sind. Der Zugang ist jedoch für „qualifizierte“ 
(mehr als 200.000 USD Jahreseinkommen oder mehr als 5 Millionen USD Vermögen) Investoren möglich. Jeder Hedge-Fonds, der als „Limited Partnership LP“ firmiert, ist auf 499 „Partner“ beschränkt. Die SEC hat im Laufe des 
Jahres 2004 Regeln für Hedge-Fonds[7] erlassen, die mehr als 25 Millionen USD verwalten und offen für neue 
Investoren sind. Anwendung finden die Regeln seit 1. Februar 2006 (die Regeln sind unter Weblinks/Behörden verlinkt).

Nachdem bislang Publikationspflichten fehlen, suchen unter dem Druck der Konkurrenz amerikanische Hedge-Fonds, 
auf andere Weise Vertrauen zu bilden, bspw. mit einer Zertifizierung nach ISO 9000, wie es der GAM Multi-Manager Hedge-Fonds getan hat.

Am 13. November 2008 wurden Manager der fünf größten Hedgefonds vor einen Kongressausschuss zitiert; dieser 
soll herausfinden, ob Hedgefonds eine Gefahr für das Finanzsystem darstellen.[8] George Soros, Philip Falcone, 
John Paulson, James Simons und Kenneth Griffin wurden als Zeugen für die Hedgefonds-Industrie gehört. Sie haben 
einer stärkeren Kontrolle zugestimmt sowie der Schließung unverhältnismäßiger Steuerschlupflöcher.



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