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Mythen - Der Unsinn mit dem amerikanischen Handelsbilanzdefizit
"Jahr für Jahr produzieren
die Wirtschaftstheoretiker lange
Listen von mathematischen Modellen und erklären
bis ins kleinste
Detail ihre algebraischen Formeln und Funktionen in allen möglichen
Schattierungen anhand derselben Daten - sind aber nicht in Lage ein
halbwegs systematisches Verständnis von der Struktur und den
Operationen eines
wirklichen ökonomischen Systems zu
erbringen." (The Wave Principle of Human Social Behavior, 1999,
Robert R.Prechter jr.)
Der größte Fehler der Ökonomen ist die nicht zu erschütternde
Ansicht, daß der "Billiard Ball" einen
"festgemachten mentalen" Status besitzt. Der mentale
Status der Menschen variiert jedoch, so dass ein
("fundamentales") Ereignis verschiedene Reaktionen in
verschiedenen Zeiten auslöst. In den 1980er Jahren warteten die
Marktbeobachter mit fiebrigen Augen auf die Bekanntgabe der
wöchentlichen Zahlen der Geldmengenstatistik. Es war ein
weitverbreiteter Glaube, dass die Zahlen den zukünftigen Trend der
Wall Street bestimmen könnten. Als sich diese
"Korrelation" abschwächte, trat an seine Stelle der
Bond-Markt. Jeder Tick im Bond-Markt wurde als
"Voraus-Kenntnis" für die nächste Bewegung des
Aktienmarktes verwendet. Dann wurde der US-Dollar als "Indikator"
herangezogen. In jedem Falle hatten die Ökonomen detaillierte
Erklärungen bei der Hand, die die kausalen Zusammenhänge erklären
sollten. 1988 steht die US-Handelsbilanz im Brennpunkt. Wer exakt
beobachtet, was die Reaktion des Marktes auf diese Nachrichten
bewirkte, musste feststellen, daß genau das Gegenteil dessen
eingetreten ist, was nach den Begründungen zu erwarten gewesen
wäre.
Das populäre Argument, eine höhere Geldmengenzahl sei bearish,
weil höhere Zinsen die Folge sein könnten, was wiederum schlecht
für den Aktienmarkt sei, wird durch den Fakt widerlegt, dass die
Geldmenge während des gesamten Bullmarktes der achtziger Jahre
kräftig gestiegen ist. Und als die Geldmengenexpansion schließlich
zu Erliegen kam, mündete der Markt in den Crash von 1987. Die
anschließende "Versorgung" der Märkte mit
"Liquidität" wurde als Heldentat der Offiziellen
gefeiert. Mit anderen Worten, die Korrelation war das genaue
Gegenteil von dem, was populären ökonomischen Wissen entsprach.
Der weitverbreitete Irrglaube, die Geldmenge könne
"gesteuert" werden, hat Paul C.Martin in seinem Buch
"Die Krisenschaukel" entlarvt: "Die Vorstellung von
einer Geldmenge, die als Tauschmittel außerhalb der Wirtschaft
vorhanden ist, ist Blödsinn. Jeder Geldmenge entspricht eine gleich
hohe Schuldenmenge. Zusätzliches Sozialprodukt lässt sich nicht
mit vorhandenen Schuldendeckungsmitteln vermarkten, also mit Hilfe
der sogenannten Geldmenge. Alles vorhandene Geld ist immer nur das
Resultat zeitlich vorangegangener Kontrakte. Geld als solches
"netto" gibt
es nicht.
Der nächste Fixierungspunkt wurde der Anleihemarkt. Der
Bondmarkt-Indikator wurde Mitte der 1980er Jahre äußerst populär
und jeder Kommentar über den weiteren Verlauf des Aktienmarktes
enthielt einen Zusammenhang mit dem Verlauf des Aktienmarktes. In
der Tat, die Korrelation, sinkende Zinsen ist gleich steigender
Aktienmarkt, entspricht unserer täglichen Erfahrung, sind
unmittelbar einleuchtend und haben tiefgehende Konsequenzen. Denn
die Gesetze der Mechanik und des Elektromagnetismus basieren auf
diesen Prinzipien. Steigende Anleilekurse bedeuten sinkende Zinsen,
bedeutet steigende Aktienkurse. Dies gilt allerdings nur vor oder in
einer Aufwärtsbewegung ! Das Beispiel Japan zeigt, daß auch ein
noch so niedriger Zins die Börse nicht mehr ankurbeln kann, wenn
sich der deflationäre Mahlstrom einmal dreht. Nach dem Crash von
1929 war es ganz genauso ! In den 1930er Jahren setzte die
US-Notenbank den Diskontsatz, den sie zum Brechen der Hausse gerade
heraufgesetzt hatte, ruckzuck wieder runter. Ergebnis: Die Kurse
stürzten weiter. Ein Rätsel?
In der Deflation kann die Notenbank Zinsen zu Null Prozent
ausleihen, und dennoch geht die Wirtschaft immer weiter runter. Will
heißen: In einer Deflation findet die systemnotwendige
Nettoneuverschuldung schlicht nicht mehr statt. (Credit Crunch).
Jeder reißt jeden mit in die Tiefe. (Paul C.Martin, Die
Krisenschaukel, 1997)
Nachdem die Zinsen ihren Tiefpunkt im April 1998 erreichten und
anschliessend wieder gestiegen sind, ist was im
Dow Jones passiert?
Der stieg vom September 1998 bis Januar 2000 um sage und schreibe
+62.50%. Nach der konventionellen, "fundamentalen"
Ausgangsbasis hätte das gar nicht sein dürfen. Der Wert des US
Dollars war der
nächste "Orientierungspunkt". Der Anstieg
des Dollars von 1979 bis 1985 wurde zunächst als willkommene
Begründung genutzt, denn dadurch sei die Inflation gesunken und
Amerika in den Augen der Welt wieder eine starke
Macht. Dann jedoch
meinten die Ökonomen, der Dollar sei "zu hoch", was einen
negativen Effekt auf die Exporte
haben werde. Als der Dollar
schließlich anhaltend und dramatisch wieder zu fallen begann, hieß
es Anfang 1987,
der Dollar sei "zu tief und zu weit"
gefallen. Die Zahlen für den Export hatten sich indes kaum
verändert. Während
dieser Zeit der großen Schwankungen des Dollar
relativ zu anderen Währungen setzte der Dow Jones seinen Anstieg
unbeeindruckt von den Geschehnissen am Devisenmarkt fort. Fast
täglich wurden neue historische Höchstpunkte gefeiert.
Was haben diese "Fixierungspunkte" gemeinsam?
Sie zeigen den Wunsch und die Sehnsucht der Investoren nach einem
einfachen Indikator, der Ihnen die Zukunft des DJIA voraussagen
soll. Bemerkenswert, nicht einer dieser Indikatoren stammt aus den
internen, fundamentalen Daten des Aktienmarktes, dem Dow Jones,
selbst. Alle sogenannten "Indikatoren" stammen von ganz
andere Märkten - werden aber als Motor des Aktienmarktes
unterstellt. Pure Annahme - es ist, als wenn man Äpfel mit Birnen
vergleicht. Der Grund warum sich kaum jemand um die wirklichen
Zusammenhänge kümmert, ist die Absicht "Werkzeuge" zu
besitzen, die sich auf Rationalisierungen und nicht auf das
tatsächliche Verstehen beschränken. Es ist leichter für den
Neocortex zu rationalisieren, wenn man keine Kenntnisse besitzt. Ein
Anstieg des japanischen Aktienmarktes in Tokio ist "bullish"
für den amerikanischen Aktienmarkt (sogenannten
"Vorgaben" aus Fernost), denn das Vertrauen der Anleger in
Japan ist zurückgekehrt und die Rezession in Japan wird deshalb
nicht auf die Vereinigten Staaten übergreifen. Am nächsten Tag
heißt es, der Rückgang des Nikkey ist "bullish", weil
das Geld jetzt nach Amerika strömt und dort die Börse treibt. Die
Dualität dieser "Begründungen" ist jeden Tag zu
beobachten.
Der Unsinn mit dem US-Handelsbilanz-Defizit
"Die guten Entwicklung in Amerika berge aber auch Risiken
wie das hohe Außenhandelsdefizit und die geringe Sparquote der
Amerikaner". Dieser Satz stammt von einem Mitglied der
bundesdeutschen Zentralbank. Schon einmal, im Jahre 1988 fixierten
sich die Investoren auf die Daten der monatlichen Handelsbilanz. Der
kausale Zusammenhang schien logisch nachvollziehbar.
Handelsbilanzdefizite sind negativ für die Zahlungsbilanz, das ist
negativ für das Land und deshalb negativ für den Aktienmarkt. Da
besteht nur ein einziges Problem. Die Fakten stehen in direkter
Opposition zu den obigen Annahmen. Das wiegt um so schlimmer, weil
man nur seine Augen gebrauchen muss, um den richtigen Zusammenhang
zu erkennen. Fakt ist, dass das Handelsbilanzdefizit dem Auf und Ab
des Dow Jones und der wirtschaftlichen Entwicklung tatsächlich eng
gefolgt ist. Die Entwicklung des Dow Jones, der Wirtschaft und des
Handelsbilanzdefizits verlaufen gleich. Je größer das
Handelsbilanzdefizit, desto stärkter der Aktienmarkt und die
Wirtschaft und umgekehrt. Entgegen zahlloser Reportagen, dass das
Handelsbilanzdefizit negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche
Entwicklung habe, belegen Statistiken das genaue Gegenteil und das
über Jahrzehnte ! Jedesmal, wenn sich das Handelsbilanzdefizit
auszuweiten begann, expandierte die Wirtschaft und vice versa. Der
Umkehrschluss würde nach Meinung der Ökonomen bedeuten, dass ein
sinkendes Handelsbilanzdefizit bullish wäre. Investoren, die danach
gehandelt hätten, wären am Top des Dow Jones investiert und
hätten am Tief verkauft ! Wenn die Regierung versucht hätte, dass
Defizit herunter zufahren um die wirtschaftliche Entwicklung nicht
zu gefährden, hätte sie genau den gegenteiligen Effekt erreicht.
Der kausale Zusammenhang aus der Sicht der Ökonomen ist falsch.
Deshalb müssen zwangsläufig die Auswirkungen falsch sein.
Konventionelle Analysten benutzen die Wirtschaft und die Politik als
fundamentale Größen, die direkten Einfluss auf den Aktienmarkt und
die Finanzmärkte im allgemeinen ausüben. Diese Annäherung ist
rückwärts gerichtet, weshalb sie regelmäßig an wichtigen und
kritischen Wendepunkten versagt.
"Genauso falsch wie das sogenannten Haushaltsloch wird das
Handelsbilanzdefizit interpretiert. Denn die Zahlen, die heute vom
Zollamt veröffentlicht werden, beziehen sich ja auf Warenein- und
ausfuhren die in längst vergangenen Monaten getätigt wurden und
wiederum das Ergebnis von Verträgen sind, die zwölf bis achtzehn
Monate früher abgeschlossen wurden. Interessant ist aber, daß man
in der ganzen Welt über das amerikansiche Handelsbilanzdefizit
meckert, obwohl es jahrelang die "Muttermilch" für die
gesamte Weltwirtschaft war." (Andre Kostolany)
"Der japanische Aktienmarkt läßt sich derzeit nicht einmal
von den guten Konjunkturdaten beeindrucken. Vielmehr steht der
Nikkey-Index der Tokioter Börse ganz im Bann der amerikanischen
Technologiebörse und den scharfen Kursrückgängen, die and er
Nasdaq zu verzeichnen waren. Der Nikkey-Index hat in den
zurückliegenden Tagen nahezu jeden Tag deutliche Verluste hinnehmen
müssen. Die Kursverluste kommen zu einer Zeit, da die überwiegende
Zahl japanischer Unternehmen ihre Geschäftsergebnisse vorlegen. Im
Durchschnitt weisen die Unternehmen dabei Gewinnsteigerungen von 14
Prozent gegenüber dem Vorjahr aus." (FAZ, 23.Mai 2000).
Im Juni 1991 berichtet das Wall Street Journal aus einer Studie
von Barrie Wigmore aus dem Investmenthaus GoldmanSachs's, die
belegt, dass nur 35% aller Kurssteigerungen auf Gewinne und die
Zinsentwicklung zurückgeführt werden können. Wigmore schließt
daraus, dass der Rest schlicht und einfach in der positiven sozialen
Stimmung zu finden sei, die bewirkt, dass die Anleger Aktien halten.
Das Wall Street Journal kommt zu dem Schluss:
"Diese Studie hat ein Loch in die weitverbreitete Überzeugung
gerissen, Gewinne trieben den Aktienmarkt." (Lowenstein R.,
6.Juni 1999 - Goldman Study of Stock's Rise in 80s Poses a Big
Riddle).

1973-1974 fiel der DJIA -46%. Die Gewinne stiegen exakt im
gleichen Zeitraum um +47%. Den Gipfel erreichten die Gewinne
ausgerechnet mit dem Dow Jones Tief von 1974. Arthur Merril hat vor
Jahren bereits bewiesen, daß die Gewinne der Entwicklung des Dow
Jones hinterherhinken. Das Verhalten der japanischen Börse ist
deshalb aus historischer Sicht einfach zu erklären.
Warum hält sich diese konventionelle Meinung so hartnäckig?
Wenn Nachrichten nicht der Motor für Finanztrends sind und wenn
äußere Einflüsse keinen kausalen Zusammenhang zwischen
Stimmungslage und den daraus resultierenden Aktionen darstellen,
warum nehmen die Marktbeobachter
trotzdem an, daß es sich so
verhält und nicht anders?
Es gibt zwei Gründe für diesen Mythus. Nachrichten aus
Wirtschaft und Politik stehen nicht nur in keinem direkten
Zusammenhang mit dem Geschehen am Aktienmarkt, sie hinken hinterher.
Es kann auch garnicht anders sein.
Der Trend der Märkte wird von
der positiven (negativen) Stimmung des Publikums bewegt, wenn sie
kaufen oder
verkaufen und die Nachrichten sind das Resultat dieser
Stimmungslage. Das Beispiel Japan zeigt den Niedergang
einer
Volkswirtschaft, wenn der Wert bereits beliehener Aktiva fällt.
(Aktien und Immobilien sind immer und in jedem
Land der Welt
beliehen), mußten die Eigentümer sie verkaufen, als die Banken ihr
Geld wiedersehen wollten. Doch
durch den Verkauf sanken die Kurse
der Aktien und die Preise der Immobilien erst recht.
Wertpapierhäuser und Banken kamen in Schwierigkeiten, viele gingen
bankrott. Die Preise fielen noch mehr. Das ist die
Deflationsspirale.
Selbst ständig neu aufgelegte
Konjunkturprogramme und Nullzinsen bewegten nichts mehr. Die
Wirtschaftswissenschaft unterstellt, daß der Preis eine Funktion
von Angebot und Nachfrage sei und das gleiche Gesetz auch für die
Finanzmärkte Gültigkeit besitzt. Das Verhalten der Menschen in
Finanzmärkten beweist jedoch das genaue Gegenteil. Wenn der Preis
für eine Ware steigt, nehmen wir Bananen, wird weniger gekauft und
der Preis fällt und wenn der Preis fällt wird mehr gekauft. Dieser
Mechansmus hält Angebot und Nachfrage im Gleichgewicht. Wenn der
Preis einer Aktie (Investment)
steigt, wird mehr gekauft.
"Gekauft wird was da ist", so beschrieb ein Frankfurter
Händler die Präferenzen der Kundschaft.
Und wenn der Preis einer
Aktie fällt, wird weniger gekauft.
Dieses Verhalten ist in Finanzmärkten nicht nur gelegentlich zu
beobachten, es ist die Regel. In der Wirtschaft stoßen höhere
Preise die Leute ab - im Investmentgeschäft ziehen höhere Peise
die Leute an. Dieses ganz unterschiedliche Verhalten ist
fundamental. Auf dem Produktmarkplatz führt rationales Verhalten zu
Preisstabilität und objektiver Bewertung. Auf dem
Investmentmarktplatz führen pre-rationale Impulse zu extremen
Über- und Unterbewertungen. Deshalb halten Ökonomen die
Volatilität an den Börsen oft für unbegründet oder nicht
gerechtfertigt. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage auf dem
Gütersektor produziert praktisches Verhalten. Das Auf- und Ab der
Stimmungen und damit Kursen auf dem Finanzsektor produziert
unpraktisches Verhalten. Die Entscheidung bei steigenden Kursen zu
kaufen und bei fallenden Kursen zu verkaufen wird nicht vom
Neocortex, dem Sitz der Logik im Gehirn bestimmt, sondern vom
emotionalen Teil,
dem limbischen System. (The Triune Brain, Paul
MacLean, Chapter 8, The Wave Principle of Human Social Behavior,
1999, Robert R.Prechter jr.)
Der "homo oeconomics" lebt immer noch - zumindest in
der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur. Doch jeden Tag zeigt
sich zum Beispiel an den Finanzmärkten von Neuem, das Menschen
nicht ausschließlich rational handeln. Die Annahme, daß Anleger
individuell ganz nüchtern gemäß ihren Erwartungen und
Präferenzen Anlageentscheidungen treffen, sei eine zu weitgehende,
aber der Realität annähernd gut abgebildete Prämisse, sagen die
Verfechter der an den Universitäten immer noch vorrangig gelehrten
Neoklassik. Martin Weber, Professor an der Univeristät Mannheim und
wohl der profilierteste deutsche Forscher in diesem
verhaltensorientierten Zweig der Kapitalmarktforschung, nannte auf
einer Tagung der Deutschen Bank in Frankfurt mehrere Beispiele
dafür, daß die herkömmliche Theorie die Praxis an den
Finanzmärkten unzureichend erklärt. Zum Beispiel ist es
auffällig, daß die Anleger und Analysten oft Vorbildern folgen,
dem Herdentrieb verfielen und somit trendverstärkend wirken. Auch
sei es allgemein bekannt, daß es zumindest zeitweise Über-
bewertungen an den Aktienmärkten gebe, was nicht im Einklang
mit der Annahme der Informationseffizienz der Finanzmärkte steht.
(FAZ, 1. Oktober 1999)
© ELLIOTT today, März 2010
Procter & Gamble Profit Tops View, but Shares Fall
cnbc com., Thursday, 29 Apr 2010
Deutsche Bank lässt Aktionäre kalt
Die Vorgaben von Übersee waren nicht vielversprechend. Dann begeisterte
die Deutsche Bank mit einem Milliardengewinn - und an der Börse stehen
die Kurse dennoch unter Druck. Selbst das Papier des deutschen Banken-
primus verzeichnet nur geringe Gewinne. manager-magazin.de, April 27,2010
S&P 500 Index
© ELLIOTT today, October 24 ,2008

Chart: futuresource.com
Ökonomen verbreiten Optimismus
Spiegel online de., May 15,2009
US-Investor Soros ruft Ende der Krise aus
FTD de, May 11,2009
Ökonomen sehen Ende des
Abschwungs
Spiegel de., May 8,2009
Market Dispatches 1/2/2009
Stocks rise despite
weak dato
In the 1938 Alfred Hitchcock movie, The Lady Vanishes, the mistaken psychiatrist is told:
"You must think of a fresh theory." Doctor Hartz responds: "It is not necessary.
My theory was perfectly good.
The facts were misleading."
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Peak Oil
© ELLIOTT today, April 2010
Elliottwave International's Global Market Perspective prognostizierte
1998 einen grossen Bullmarkt in Rohöl, der neue Allzeithochs bringen
wird. Zu diesem Zeitpunkt notierte Rohöl (Light Crude Oil,) etwas über $10.

chart: futuresource.com
Internationale Energieagentur:
"Ölpreis könnte Aufschwung abwürgen"
Der steigende Ölpreis bedroht nach Ansicht der Internationalen Energieagentur die weltweite Wirtschaftserholung.
Vor allem wegen der
steigenden Nachfrage in China erhöhte die IEA
ihre Verbrauchsprognose für das laufende Jahr.
Manager-Magazin.de, 12.März 2010
Elliottwave International's Global Market Perspective prognostizierte 1998 einen grossen Bullmarkt in Rohöl,
der neue Allzeithochs bringen wird. Zu diesem Zeitpunkt notierte Rohöl (Light Crude Oil,) etwas über $10.
Im Oktober 2007 schrieb Robert R.Prechter in seinem monatlich erscheinenden "The Elliott Wave Theorist",
"Market psychology fits a major top, because short term measures of optimism match all-time extremes."
Der Bullish Consensus, herausgegeben von Market Vane, notierte bei 89% bullish eingestellten Marktbeobachtern,
die höchste Notierung seit dem Top in Welle 1 im September 2000. Desweiteren hatte der Daily Sentiment Index
die unglaubliche Marke von 94% bullisch eingestellten Tradern erreicht, die höchste bullische Marke, die jemals
für eine Commodity gestellt wurde. Investoren schlossen daraus, dass der Welt das Öl ausgeht (running out of oil).
Eine ordentliche Recherche hätte ergeben, dass das Hoch im DAX im Jahre 2000 mit dem Hoch von Primary Welle [1]
im Rohöl im Einklang war. Das Tief im DAX im Jahre 2002 wiederum brachte im Rohöl ebenfalls ein Tief und zwar die
Primary Welle [2]. Der Hochpunkt in Primary Welle [3] im Rohöl im Jahre 2006 ging wiederum Einher mit einem Hoch
im DAX (DAX 6,000 !!). Während Rohöl in Primary Welle [4] korrigierte und auf $50 fiel, hatte der DAX einen
vergleichsweise geringen Rückgang auf 5,250 Punkten zu verzeichnen. Die Hysterie und die Kommentare der Reporter und
der Medien jedoch hielt unverändert daran fest, ein "hoher" Ölpreis schadet dem DAX (den Aktienmärkten), wobei
keineswegs definiert wurde, was heisst "hoch" oder "niedrig."?

chart: futuresource.com
Der Einbruch des Rohoelpreises in 2006 war übrigens
der höchste prozentuale Preisniedergang in fünf Jahren. Fünfte Wellen in Commodities haben oft im Gegensatz zu
Finanzmärkten ausgeprägte "Blow off"-Wellen. So auch hier. Vom Tief von Primary Welle [4] verdreifachte sich der
Preis auf über $145 USD. Die Aufwärtswelle von 1998 ist eine klare und eindeutige Elliott 5-Wellenstruktur, die von
einem Preis von $10 (zu der Zeit hat noch kaum jemand den Markt von Rohöl beachtet) bis über $145 stieg. Der
Anstieg von 1998 aber hat nicht nur 5 Wellen von 1998 komplettiert, er ist vielmehr die fünfte Welle eines höheren
Elliott Wellengrades, der im Jahre 1933 began, zu einer Zeit, als Präsident Roosevelt nicht nur den Preis für Gold
festlegte, sondern auch den physischen Besitz von Gold verboten hatte. Der Regierung wurde darüber
hinaus erlaubt, ihre angehäuften Schulden zu "monetarisieren" und der FED wurde die Expansion von "dollar-based credits"
durch das Bankensystem erleichtert. Das Resultat war ein Bullmarkt in Inflation und die Historie des Ölpreises reflektiert
dies.
Der Chart des Rohöls zeigt das ein historisches Ereignis: Nicht Peak Oil, sondern die Inflation hat den Preis
auf historische Höhen getrieben und der Sturz der Preise signalisiert den Absturz in die deflationäre Phase, ein
Kollaps der alle Preise erfassen wird, vom Aktienmarkt zu Warenpreisen und Dienstleistungen. Alle Preise werden
fallen.
Hypernervöser Ölhandel erreicht Rekord
FTD de., April 14, 2010
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Hedgefonds
Hedgefonds (von engl. to hedge , „absichern“, engl. hedge fund; selten SAIV – sophisticated alternative investment vehicle, engl. etwa für ausgefeiltes/anspruchsvolles alternatives Investitionsvehikel) sind eine spezielle Art von Investmentfonds, die durch eine spekulative Anlagestrategie gekennzeichnet sind. Hedge-Fonds bieten die Chance auf sehr hohe Renditen und tragen entsprechend ein hohes Risiko.
Typisch für Hedge-Fonds ist der Einsatz von Derivaten und Leerverkäufen. Hiervon rührt auch der irreführende Name, da diese Instrumente außer zur Spekulation auch zur Absicherung (Hedging) verwendet werden können. Außerdem versuchen Hedge-Fonds über Fremdfinanzierung eine höhere Eigenkapitalrendite zu erwirtschaften (Hebel- oder Leverage-Effekt).
Die meisten Hedge-Fonds haben ihren Sitz an Offshore-Finanzplätzen. Bekannte Hedge-Fonds sind die Quantum Funds des Investmentbankers George Soros und der Fonds Long-Term Capital Management, der 1998 zusammenbrach. Zum Jahresende 2006 hatten Hedge-Fonds weltweit ein Volumen von rund 1,6 Billionen US-Dollar.
Ursprung
Der erste Hedge-Fonds wurde von Alfred Winslow Jones im Jahre 1949 gegründet. Jones verkaufte Aktien leer, um sie später auf einem niedrigeren Kursniveau wieder zu erwerben. Mit dem Erlös des Leerverkaufs kaufte er andere Aktien in
der Erwartung, dass diese Aktien im Kurs steigen. Damit erfand er gleichzeitig die erste Strategie für Hedge-Fonds (Long-Short). Erfüllt sich die Erwartung, dass der Kurs der gekauften Aktien sich im Verhältnis besser (oder weniger
negativ) entwickelt als der Kurs der leer verkauften Aktien, ergibt sich ein Gewinn unabhängig davon, ob der Gesamtmarkt, repräsentiert durch einen breiten Aktienmarktindex, steigt oder fällt. Damit wird auch ein wesentliches Motiv von Anlegern
in Hedge-Fonds deutlich. Sie möchten einen hohen Ertrag unabhängig von dem immer wieder auftretenden Auf und Ab
der Aktienmärkte erwirtschaften. Für die Long-Short-Strategie ist es notwendig, Aktien zu finden, die innerhalb eines bestimmten Zeithorizontes im Preis fallen und andere Aktien zu identifizieren, die in dieser Zeitspanne steigen werden.
Der Hedge-Fonds-Manager muss also nicht nur die Preisentwicklung der selektierten Aktien richtig einschätzen,
sondern auch den Zeitpunkt der entsprechenden Transaktionen günstig wählen. Entsprechend verwendet der
Hedge- Fonds-Manager unter anderem neben der klassischen Unternehmensbewertung (Einschätzung der
Über-/Unterbe-
wertung der Aktien) auch quantitativ-mathematische Methoden und die technische Analyse.
Klassische Hedge-Fonds waren nie Publikumsfonds, wie der Begriff in Deutschland entsprechend dem Investmentgesetz verstanden wird; auch heute noch werden sie vorrangig für institutionelle Anleger aufgelegt.
Entwicklungen
Der Sektor der Hedge-Fonds gehörte in den letzten Jahren zu den am stärksten wachsenden Anlageprodukten. Die Zahl der weltweit aktiven Hedge-Fonds kann allerdings nur geschätzt werden, ebenso wie das in ihnen veranlagte Vermögen. Ende 2006 waren rund 1,5 Billionen USD in Hedge-Fonds angelegt. Das Anlagevolumen stieg damit um über ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Die Anzahl der Fonds nahm von Ende 2005 auf Ende 2006 um etwa 5 % auf nunmehr knapp 9.000 zu.
Im März 2009 teilte der Datendienstleister Hedge Fund Research (HFR) mit, dass durch die Finanzkrise im Jahr 2008 insgesamt 1.471 Hedge-Fonds weltweit aufgelöst wurden und rund 15 Prozent des gesamten Hedge-Fonds-Markt betraf, sowie auch einige Dachfonds.[2] Namentlich bekannt sind hierbei: Drake Management, eine Vermögensverwaltung ehemaliger Blackrock-Mitarbeiter und Peloton Partners, ein Unternehmen von ehemaligen Goldman-Sachs-Bankern. Das verwaltete Vermögen soll nach Angaben von Morgan Stanley 2008 um 37 Prozent auf 1,2 Billionen USD gesunken sein.
Rechtlicher Sitz der Fonds
Registriert sind die meisten Fonds überwiegend an einem Offshore-Finanzplatz. Die Gründe dafür sind zum einen steuerlicher Natur, liegen andererseits aber auch in den geringeren Einschränkungen durch die jeweiligen Kapitalmarkt-Gesetzgebungen, was die in den Fonds erlaubten Finanzinstrumente betrifft. Im Januar 2006 waren 55 % der Hedgefonds offshore registriert. Mit deutlichem Abstand führen als Offshoreplatz der Hedge-Fonds-Branche die Kaimaninseln (63 % der Offshorefondsgelder), gefolgt von den Britischen Jungferninseln (13 %) und den Bermudas (11 %). In Europa sind es die britischen Kanalinseln oder Gibraltar, aber auch in Bezug auf die Kapitalmarkt-Gesetzgebung freizügigere Staaten wie Luxemburg, Irland, Liechtenstein oder Monaco, jedoch nehmen sie sich im Vergleich mit den oben genannten amerikanischen Offshoreplätzen mit zusammen etwa 10 % eher bescheiden aus. Der größte Onshore-Platz sind wiederum die USA mit 48 % der Onshore-Fondsvermögen. Oft liegt der Sitz in oder nahe New York, etwa in Delaware. Für Fonds mit Fokus Europa ist der führende Onshoreplatz Irland mit 7 % der Onshorefonds.
Fonds-Manager
Der Erfolg eines Hedge-Fonds ist in hohem Maße abhängig vom Geschick des Fonds-Managers und den von diesem verwendeten finanzmathematischen/ökonometrischen Modellen, wie zum Beispiel dem Black-Scholes-Modell.
Die Vorgehensweise des Fonds-Managers gleicht durch das hohe Maß an Risiko bzw. Spekulation einer Wette. Die Aufnahme von Fremdkapital bis zu einem mehrfachen des Eigenkapitals ist üblich, um die Rendite noch mehr zu steigern (Leverage-Effekt). Von Fonds-Managern wird erwartet, dass sie sich an dem Fonds beteiligen und gegebenenfalls persönlich haften. Im Gegenzug werden die Manager sehr gut bezahlt, es wird oft von der 2/20 Regel gesprochen. Hierunter werden 2 % Verwaltungsgebühr (vom Fondsvolumen) und 20 % Gewinnbeteiligung verstanden.[3]
Durch die Vielfalt an Hedge-Fonds-Strategien sind deutlich erhöhte Gewinnchancen, aber auch Verlustrisiken gegeben. Diese Strategien bestimmen die Taktik des Fonds-Managers, womit er auf zukünftig steigende oder fallende Börsenkurse spekuliert. Dabei hat der Fonds-Manager ein Höchstmaß an Freiheiten bezüglich der Auswahl der Investitionen.
Physischer Sitz der Fondsmanager
Die USA sind für Hedgefondsmanager weiterhin der bei weitem führende Anlageplatz, gemessen an den verwalteten Vermögen verwalten US-Manager 63 % des Marktvolumens. Im Jahr 2002 waren es allerdings noch 83 %.
Der größte Umschlagplatz für Hedgefonds ist New York, wo nach Berechnungen von International Financial Services im
Jahr 2006 36 % der weltweiten Anlagen verwaltet wurden. 2002 waren es noch 45 %. Der Rückgang beruht hauptsächlich auf der Verbesserung der Position Londons, das nun klare Nummer 2 in der Hedgefondsbranche ist. Der Anteil Londoner Hedgefonds-Manager erhöhte sich nämlich im gleichen Zeitraum von 10 % auf 21 % deutlich. Europa insgesamt kam auf
24 %. Der Anteil Asiens stieg von 5 % auf 8 %.
Hedge-Fonds-Strategien
Hedge-Fonds sollten in der Theorie das Vermögen bei Risiken durch Hedging (engl.: to hedge = einhegen, umzäunen) absichern, haben aber in ihrer heutigen Form wenig mit Absicherung zu tun.
Die erste Hedge-Fonds-Strategie (marktneutrale Strategie) stammt von Alfred Winslow Jones (1900–1989) und sollte ein Instrument zum Schutz vor Widrigkeiten bei Zins- und Währungsänderungsrisiken sein. Jones Idee war es, nicht nur in Boomphasen auf Zins- und Währungsmärkten zu profitieren, sondern auch bei fallenden Zins- und Wechselkursen Gewinne zu erzielen. Damit begründete Jones eine der ersten Hedge-Fonds-Strategien, nämlich die, Fremdkapital (Leverage-Effekt, Margin Trading) und Leerverkauf (Short Selling) für den Kauf und Verkauf von Währungen aufzunehmen. Er verkaufte geliehene Aktien und spekulierte, diese vor Ende der Leihfrist billiger zurückkaufen zu können.
Neue Strategien (Global-Macro-Strategie) wurden von George Soros und Jim Rogers mit ihren
Quantum-Funds-Hedge- Fonds entwickelt. Durch neue Finanzinstrumente spekulierten sie in neuen Bereichen, wie dem Devisenmarkt, Zinsen, Rohstoff- und Aktienmärkten.
Seit der ersten Hedge-Fonds-Strategie von Jones sind Hedge-Fonds-Strategien ständig weiterentwickelt worden und
haben markant zugenommen. Hedge-Fonds gehören zu den „Alternative Investments“ als alternative Anlageform. Hedge-Fonds nutzen die Vielzahl an Handelsgegenständen und Handelsstrategien. Hedge-Fonds können, anders als Investmentfonds, in hohem Maße in Derivate investieren. Hedge-Fonds bedienen sich unter anderem in hohem Maße Kombinationen aus Kauf- (Long-Position) und Verkaufsabsichten (Short Selling) sowie Fremdkapitalaufnahme. Durch die Fremdkapitalaufnahme entsteht ein „Hebeleffekt“ (Leverage-Effekt). Fremdkapital wird aufgenommen, weil erwartet wird, dass die Rendite einer Investition gesteigert werden kann. Das Funktionieren des Leverage-Effektes basiert auf einem niedrigeren Zinssatz des Fremdkapitals als der Gewinn der zu erwartenden Rendite. Der Leverage-Effekt kann, außer
durch Hinterlegen eines Bruchteils des Exposure bei börsengehandelten Termingeschäften (Futures), bei anderen Hedge-Fonds-Strategien nur durch die Aufnahme von Fremdkapital aufgebaut werden. Einem geringen Fremdkapitaleinsatz steht ein hohes Volumen des gehandelten Basiswertes (Underlying) gegenüber. Ein hoher Einsatz von Fremdkapital mit hohem Leverage-Effekt ist bei Market Neutral Arbitrage und Global-Macro-Strategien üblich.
In Deutschland wird im Hinblick auf „Investoren-Aktivismus“ berichtet, dass im Zeitraum von bis zu zwei Jahren nach Anteilserwerb in der Mehrzahl der Fälle teils erhebliche Veränderungen im Hinblick auf Corporate Governance, strategische Ausrichtung, M&A-Aktivitäten und Ausschüttungsverhalten bei den Zielunternehmen eintreten.[4]
Hedge-Fonds sind heute eigenständige Anlageinstrumente mit sehr unterschiedlichen Strategien und Risikoprofilen. Allen gemeinsam ist der Anspruch, sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten Gewinne zu erzielen.
Hedge-Fonds- Manager setzen dabei auf eine Reihe von Anlageformen und Techniken, darunter Finanz-Derivate, Leerverkauf von Wertpapieren oder Arbitrage-Techniken.
Als Offshore-Projekte sind Hedgefonds weniger reguliert und deren Investitions- entscheidungen minder beobachtbar, was dazu verleiten kann, dass Fonds-Manager die angegebenen Rentabilitäten manipulieren. Bollen und Pool (2009) haben diese Hypothese statistisch untersucht und gezeigt, dass die Fonds-Manager Verluste insbesondere im Rahmen der Bewertung von illiquiden Anlagen reduzieren können, selbst wenn die Gewinne nur sehr schwach sind. Das stimmt mit
der von Kahnemann und Tversky behaupteten stärkeren Risikoaversion von Anlegern überein.[5]
Hedge-Fonds in Deutschland
n Deutschland waren bis zum Jahr 2004 Hedge-Fonds generell nicht zum öffentlichen Handel zugelassen. Eine Lockerung erfolgte erst mit dem Investment-Modernisierungsgesetz, das am 1. Januar 2004 in Kraft trat und jetzt den Vertrieb von „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“ unter bestimmten Auflagen zulässt. Diese haben nicht viel mit den großen internationalen Hedge-Fonds gemeinsam; sie gehören zur Gruppe der Investmentfonds und sind Anlageinstrumente. Sie dürfen die Instrumente des Leerverkaufes (short selling) und des Einsatzes von Fremdkapital (Leverage-Effekt) nutzen. Anteile an solchen Fonds dürfen in Deutschland nicht öffentlich vertrieben werden, sondern nur im Rahmen von sogenanntem Private Placement, etwa für Einlagen durch institutionelle Anleger.
Dagegen ist die Einlage in Dachhedgefonds für Privatanleger seit 2004 erlaubt. Der Anbieter eines Dachhedgefonds muss auf seinen Verkaufsprospekten Warnhinweise ähnlich denen auf Zigarettenschachteln anbringen: „Der Bundesminister der Finanzen warnt: Bei diesem Investmentfonds müssen Anleger bereit und in der Lage sein, Verluste des eingesetzten Kapitals bis hin zum Totalverlust hinzunehmen!“ Die Investmentbranche hat bisher nur in sehr geringem Umfang von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, in Deutschland Hedge-Fonds aufzulegen. Allerdings ist der Markt für Zertifikate auf ausländische Hedge-Fonds stark angewachsen (siehe Grafik).
Deutsche Hedge-Fonds unterliegen der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienst- leistungsaufsicht (BaFin), ebenfalls
ist der Einsatz von Fremdkapital begrenzt. Es handelt sich somit viel mehr um Investmentfonds mit größeren Freiheiten
als um Hedge-Fonds im ursprünglichen Sinne.
Hedge-Fonds in anderen Ländern
Angelsächsische Hedge-Fonds sind Unternehmen und entsprechen in mancher Hinsicht eher einem geschlossenem Fonds. Investoren erwerben Anteile an diesen Unternehmen. Hier entspricht die Rechtsform meist der einer deutschen KG (limited partnerships, LP, oder limited liability partnership, LLP) oder einer GmbH (limited liability company). Es gibt in der LLP einen oder mehrere Hedge-Fonds-Manager, die mit ihrem privaten und geschäftlichen Vermögen haften, und Investoren, die Anteile an diesen Unternehmen kaufen. Oft ist der offizielle Sitz eines solchen Hedge-Fonds eine Steueroase (75 % auf den Kaimaninseln[6]), und der Manager sitzt in einem Finanzzentrum (etwa London, New York).
Regulierungsvorhaben der G8- und G-20-Staaten zu Hedge-Fonds
Auf dem Treffen der G7-Finanzminister in Essen im Februar 2007 einigte man sich auf eine gemeinsame Erklärung, nach der man Hedge-Fonds in Zukunft genauer kontrollieren will. Ziel der G-7 ist es, mögliche Risiken aus den Hedgefonds-Aktivitäten auszumachen und so weltweite Finanzkrisen und Dominoeffekte bei Fondspleiten zu verhindern.
Im Gespräch sind laut Agenturangaben auch ein freiwilliger Verhaltenskodex und eine Art Gütesiegel für die Fonds durch unabhängige Rating-Agenturen.
Auf dem G8-Gipfel (G7-Länder und Russland) im Juni 2007 in Heiligendamm wurden allerdings keine Vorschläge
hinsichtlich einer angestrebten Selbstverpflichtung der Branche gemacht. Der Widerstand hiergegen kam aus den USA
und Großbritannien, den Ländern, von denen aus die Mehrzahl der Fonds agiert. Die teilnehmenden Staats- und Regierungschefs ermahnten die Hedge-Fonds-Industrie jedoch, die Verhaltensregeln für Manager selbst zu verbessern
und bekräftigten gleichzeitig noch einmal die bereits von den Finanzministern angesprochenen Themenkomplexe.
Auf dem Treffen der Spitzenvertreter der G-20-Staaten (zuzüglich der Niederlande und Spanien) in Washington am
15. November 2008 wurde eine stärkere Reglementierung von spekulativen Hedgefonds beschlossen.
Am 14. März 2009 einigten sich die Finanzminister der G-20-Staaten in Horsham darauf, eine Registrierungspflicht für
die Fonds einzuführen und geplant ist, die 100 weltweit größten Hedgefonds zu kontrollieren. Die Investoren sollen
hierbei der US-Aufsicht Security and Exchange Commission (SEC) oder der britischen Financial Services Authority
(FSA) Einblick in ihre Bilanzen gewähren.
Regulierung in den USA
Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC reguliert Hedge-Fonds in den USA. Hierzu hat sie Regeln für die Aufnahme
von Fremdkapital und das Short Selling erlassen. Aufgrund der Regulierungen lassen sich viele Hedge-Fonds nicht registrieren, wodurch sie nicht für den öffentlichen Vertrieb zugelassen sind. Der Zugang ist jedoch für „qualifizierte“
(mehr als 200.000 USD Jahreseinkommen oder mehr als 5 Millionen USD Vermögen) Investoren möglich. Jeder Hedge-Fonds, der als „Limited Partnership LP“ firmiert, ist auf 499 „Partner“ beschränkt. Die SEC hat im Laufe des
Jahres 2004 Regeln für Hedge-Fonds[7] erlassen, die mehr als 25 Millionen USD verwalten und offen für neue
Investoren sind. Anwendung finden die Regeln seit 1. Februar 2006 (die Regeln sind unter Weblinks/Behörden verlinkt).
Nachdem bislang Publikationspflichten fehlen, suchen unter dem Druck der Konkurrenz amerikanische Hedge-Fonds,
auf andere Weise Vertrauen zu bilden, bspw. mit einer Zertifizierung nach ISO 9000, wie es der GAM Multi-Manager Hedge-Fonds getan hat.
Am 13. November 2008 wurden Manager der fünf größten Hedgefonds vor einen Kongressausschuss zitiert; dieser
soll herausfinden, ob Hedgefonds eine Gefahr für das Finanzsystem darstellen.[8] George Soros, Philip Falcone,
John Paulson, James Simons und Kenneth Griffin wurden als Zeugen für die Hedgefonds-Industrie gehört. Sie haben
einer stärkeren Kontrolle zugestimmt sowie der Schließung unverhältnismäßiger Steuerschlupflöcher.
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